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Schreiben, Zitieren & Formatieren Redaktion Studien Held · Stand

Masterarbeit Abkürzungsverzeichnis: So erstellst Du es richtig!

Inhalt 14 Abschnitte

Zweck und Nutzen des Abkürzungsverzeichnisses

Das Abkürzungsverzeichnis schafft einen schnellen Zugang zu den Kurzformen deiner Masterarbeit. Leserinnen und Leser müssen nicht im Fließtext zurückblättern, wenn ein Fachbegriff, eine Institution oder ein Gesetz erneut abgekürzt erscheint. Gerade bei langen Arbeiten mit vielen theoretischen Modellen, Datensätzen oder rechtlichen Bezügen verhindert die Liste unnötige Sucharbeit.

Sein Nutzen reicht jedoch über reine Bequemlichkeit hinaus. Ein klar erklärtes Kürzel macht sichtbar, dass du zentrale Begriffe kontrolliert und einheitlich verwendest. Das stärkt die fachliche Präzision und schützt vor Missverständnissen, etwa wenn dieselbe Buchstabenfolge in verschiedenen Disziplinen unterschiedliche Bedeutungen hat. Besonders hilfreich ist das Verzeichnis bei:

  • mehrfach verwendeten Fachbezeichnungen,
  • Namen von Behörden, Verbänden und Forschungsprojekten,
  • gesetzlichen Regelungen und institutionellen Vorgaben,
  • methodischen Verfahren, Messinstrumenten und statistischen Kennwerten,
  • Abkürzungen, die nur innerhalb deines Fachgebiets geläufig sind.

Prüfe vor der Erstellung, welche Funktion jede Kurzform in deiner Arbeit erfüllt: Spart sie tatsächlich Platz und Wiederholungen oder macht sie den Text nur dichter? Für einzelne Vorkommen lohnt sich eine Abkürzung meist nicht. Bei häufigen, eindeutig verständlichen Begriffen dagegen verbessert sie den Lesefluss – vorausgesetzt, die Bedeutung bleibt jederzeit nachvollziehbar.

Welche Abkürzungen in die Masterarbeit gehören

In das Verzeichnis gehören vor allem Kurzformen, deren Bedeutung sich nicht sofort erschließt oder die in deiner Fachrichtung mehrere Lesarten haben können. Dazu zählen etwa methodische Begriffe, Namen von Forschungsprogrammen, Institutionen, Gesetze und fachspezifische Modelle.

  • Fachbegriffe: etwa „Technology Acceptance Model (TAM)“ oder „Customer Relationship Management (CRM)“
  • Institutionen und Organisationen: zum Beispiel „World Health Organization (WHO)“ oder „Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)“
  • Gesetze und Verordnungen: sofern du sie wiederholt in der Argumentation, in Fußnoten oder bei der Auswertung von Rechtsgrundlagen verwendest
  • Methoden und Messinstrumente: beispielsweise „Exploratory Factor Analysis (EFA)“ oder die Bezeichnung eines standardisierten Fragebogens
  • Datensätze, Projekte und Modelle: wenn die Kurzform in mehreren Kapiteln, Tabellen oder Abbildungen auftaucht

Auch Abkürzungen aus Fußnoten, Tabellen, Abbildungen und Bildunterschriften solltest du erfassen, sofern ihre Bedeutung nicht unmittelbar an derselben Stelle erklärt wird. Eine seltene Abkürzung gehört ebenfalls hinein, wenn sie für das Verständnis eines zentralen Arguments wichtig ist. Umgekehrt muss eine häufige Kurzform nicht automatisch aufgenommen werden, wenn sie im gesamten deutschen Sprachraum eindeutig geläufig ist.

Verwende für einen Begriff nur ein Kürzel. Wechselt etwa „künstliche Intelligenz“ zwischen „KI“ und „AI“, wirkt die Arbeit schnell uneinheitlich. Wählst du eine englische Abkürzung, obwohl der Text deutsch ist, sollte das fachlich begründet sein und zur Terminologie deines Forschungsfelds passen.

Wichtige Regeln für ein korrektes Abkürzungsverzeichnis

Bereich Empfehlung Beispiel
Aufnahme Fachspezifische, wiederholt verwendete und erklärungsbedürftige Abkürzungen aufnehmen. TAM – Technology Acceptance Model
Erstnennung Den vollständigen Begriff zuerst ausschreiben und die Abkürzung in Klammern ergänzen. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Einheitlichkeit Für einen Begriff durchgehend dasselbe Kürzel verwenden. Nicht abwechselnd „KI“ und „AI“ nutzen.
Sortierung Die Einträge alphabetisch nach der Abkürzung ordnen. BAföG, BIP, DFG, EU
Darstellung Abkürzung und ausgeschriebene Bezeichnung in zwei klar getrennten Spalten aufführen. DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft
Zeichensetzung Punkte nur bei klassischen Wortkürzungen verwenden; Akronyme meist ohne Punkt schreiben. vgl. und z. B.; EU und GmbH
Nicht erforderlich Allgemein geläufige Abkürzungen, Maßeinheiten und direkt erklärte Statistikzeichen meist nicht aufnehmen. kg, cm, %, n, p
Position Das Verzeichnis im Vorspann auf einer eigenen Seite platzieren. Vor Einleitung und Hauptkapiteln
Abgrenzung Keine Definitionen oder inhaltlichen Erläuterungen ergänzen; diese gehören gegebenenfalls ins Glossar. Nur „TPB – Theory of Planned Behavior“
Endkontrolle Die fertige PDF auf Schreibweise, Vollständigkeit, Seitenumbrüche und Hochschulvorgaben prüfen. Abgleich aller Fundstellen im Dokument

Welche Abkürzungen nicht aufgenommen werden müssen

Nicht jede Kurzform braucht einen eigenen Eintrag. Allgemein geläufige Schreibweisen können im Text stehen bleiben, wenn ihre Bedeutung auch außerhalb des Fachgebiets klar ist. Dazu zählen meist z. B., d. h., usw., u. a. und vgl. Eine Ausnahme bilden besondere Vorgaben deiner Fakultät.

Auch Einheiten und mathematische Zeichen werden normalerweise nicht aufgenommen. Dazu gehören etwa kg, cm, % oder €. Dasselbe gilt häufig für standardisierte Statistikzeichen wie n, p oder M, sofern du sie im Methodenteil direkt erklärst.

Bei Abkürzungen in Tabellen und Abbildungen kommt es auf den Kontext an. Wird die Kurzform unmittelbar unter der Darstellung erläutert, ist ein weiterer Eintrag meist überflüssig. Fehlt diese Erklärung, bleibt sie für die Leserschaft jedoch schwer zugänglich und sollte aufgenommen werden.

  • gängige Abkürzungen der deutschen Standardsprache
  • Maßeinheiten und Währungssymbole
  • statistische Zeichen mit Erklärung im selben Abschnitt
  • Kurzformen, die nur einmal vorkommen und keinen Schlüsselbegriff bezeichnen
  • Abkürzungen, die in einer Legende vollständig erläutert werden

Vorsicht bei scheinbar bekannten Kürzeln: EU mag vielen vertraut sein, eine disziplinspezifische Variante wie EU-ETS aber nicht. Prüfe deshalb, ob eine Abkürzung in deinem Fachbereich eindeutig verstanden wird. Im Zweifel ist ein kurzer Eintrag besser als ein Rätsel im Lesetext.

Abkürzungen bei der ersten Verwendung richtig einführen

Führe ein Kürzel bei seinem ersten Auftreten direkt im Fließtext ein. Schreibe zuerst den vollständigen Begriff aus und setze die Abkürzung unmittelbar danach in runde Klammern:

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert zahlreiche Forschungsprojekte.

Danach kannst du im weiteren Text nur noch die Kurzform verwenden. Die Erstnennung sollte in einem normalen Satz stehen, nicht isoliert in einer Fußnote oder ausschließlich in einer Tabellenüberschrift.

Bei englischen Begriffen bleibt die ursprüngliche Schreibweise erhalten. Eine deutsche Übersetzung kannst du ergänzen, wenn sie für deine Argumentation nötig ist:

Das Technology Acceptance Model (TAM; Technologieakzeptanzmodell) dient als theoretische Grundlage.

Eine saubere Einführung folgt diesem Muster:

  • vollständige Bezeichnung nennen
  • Abkürzung in Klammern ergänzen
  • im Anschluss konsequent dieselbe Kurzform verwenden
  • bei einem neuen Kapitel keine erneute Auflösung einfügen

Steht die Abkürzung bereits im Namen einer Organisation, musst du sie nicht künstlich ein zweites Mal bilden. Bei Deutsche Bahn AG wäre ein zusätzliches „DBAG“ nur dann sinnvoll, wenn du diese Kurzform tatsächlich fachlich verwendest. Auch grammatische Anpassungen solltest du vermeiden: Die Abkürzung bleibt gleich, nur der Satzbau passt sich an.

Abkürzungsverzeichnis während des Schreibens pflegen

Führe für jedes neue Kürzel sofort einen Datensatz in einer separaten Arbeitsliste. Notiere dabei auch die exakte Schreibweise des vollständigen Begriffs. So vermeidest du später Varianten wie „Bundesministerium für Wirtschaft“ und „Bundesministerium für Wirtschaft und Energie“, obwohl eigentlich dieselbe Stelle gemeint ist.

Praktisch ist eine einfache Tabelle mit zusätzlichen Kontrollfeldern:

  • Abkürzung
  • vollständige Bezeichnung
  • erstes Auftreten
  • letztes Auftreten
  • Verwendung in Tabelle oder Abbildung
  • offene Schreibweisen oder Rückfragen

Das Feld „erstes Auftreten“ hilft dir beim späteren Durchgang durch den Text. Du erkennst sofort, ob die Kurzform korrekt eingeführt wurde. Das Feld „letztes Auftreten“ zeigt dagegen, ob ein Kürzel nur an einer einzigen Stelle steht und vielleicht besser ausgeschrieben bleibt.

Aktualisiere die Liste nach jedem größeren Schreibabschnitt, besonders nach der Überarbeitung von Theorie, Methodik und Ergebnissen. Markiere unsichere Einträge, etwa mit „prüfen“, wenn eine Kurzform nur in einer Abbildung vorkommt, eine englische Schreibweise schwankt oder die offizielle Bezeichnung einer Institution unklar ist. Diese Notizen gehören in die Arbeitsliste, aber nicht in die fertige Fassung.

Vor der PDF-Erstellung lohnt sich ein letzter Abgleich: Suche nach Groß- und Kleinschreibung, Bindestrichen sowie Singular- und Pluralformen. Schon ein fehlender Bindestrich kann den Eindruck erwecken, dass zwei verschiedene Abkürzungen gemeint sind.

Einträge eindeutig und einheitlich gestalten

Jeder Eintrag braucht eine feste, sofort erkennbare Zuordnung. Verwende links ausschließlich das Kürzel und rechts genau die vollständige Bezeichnung. Zusätzliche Kommentare, Beispiele oder Definitionen gehören nicht in diese Zeile.

Übernimm die offizielle Schreibweise des Begriffs. Achte besonders auf Groß- und Kleinschreibung, Bindestriche, Leerzeichen sowie auf die Reihenfolge einzelner Wortbestandteile. Bei Eigennamen darfst du keine verkürzte oder frei übersetzte Form wählen, wenn die Institution eine verbindliche Bezeichnung verwendet.

Lege außerdem ein einheitliches Muster für Sonderfälle fest:

  • englische und deutsche Langformen klar voneinander trennen
  • Pluralformen nur aufnehmen, wenn sie als eigenes Kürzel verwendet werden
  • Abkürzungen mit Bindestrich stets gleich schreiben
  • keine wechselnden Varianten mit oder ohne Punkt verwenden
  • akademische Titel, Firmennamen und Eigennamen exakt übernehmen

Mehrdeutige Kürzel solltest du vermeiden. Besteht eine Abkürzung aus nur wenigen Buchstaben und kann sie mehrere Begriffe bezeichnen, ergänze im Verzeichnis keine vage Sammelerklärung. Wähle stattdessen im Text eine eindeutigere Kurzform oder schreibe den Ausdruck vollständig aus.

Kontrolliere auch grammatische Bezüge im Fließtext. Bei feststehenden Namen bleibt die originale Form bestehen; der Artikel richtet sich nach dem ausgeschriebenen Ausdruck.

Ein bewährtes Prüfkriterium lautet: Kann eine außenstehende Person jeden Eintrag ohne Rückfrage eindeutig zurück in den Text übertragen? Wenn nicht, ist die Zuordnung noch nicht präzise genug.

Abkürzungen alphabetisch und zweispaltig ordnen

Ordne die Einträge nach der Buchstabenfolge der Abkürzungen. Vergleiche dabei Zeichen für Zeichen: AB steht vor ABK, und AK folgt danach. Umlaute behandelst du entsprechend der gewählten Hochschulregel. Häufig werden Ä, Ö und Ü wie A, O und U eingeordnet.

Die zweispaltige Anordnung trennt Kurzform und Langform optisch klar. Eine schmale linke Spalte genügt; die rechte Spalte erhält mehr Raum, damit lange Bezeichnungen nicht unnötig umbrechen. Lege die Spaltenbreite am längsten Eintrag aus, nicht an einem sehr kurzen Kürzel.

  • linke Spalte: Abkürzung, linksbündig
  • rechte Spalte: ausgeschriebene Bezeichnung, ebenfalls linksbündig
  • gleiche Schriftart und Schriftgröße wie im übrigen Vorspann
  • ausreichender Abstand zwischen beiden Spalten
  • keine sichtbaren Tabellenrahmen, sofern die Richtlinien nichts anderes verlangen

Vermeide eine Sortierung nach der ausgeschriebenen Bezeichnung. Wer „WHO“ sucht, orientiert sich an den drei Buchstaben und nicht am Anfang des vollständigen Namens. Mehrteilige Kürzel bleiben dabei als geschlossene Einheit stehen. Zahlen oder Sonderzeichen ordnest du nach dem Schema deiner Fakultät ein; fehlt eine Regel, entscheide dich für eine Variante und wende sie durchgehend an.

Bei langen Listen kann ein Seitenumbruch mitten in einem Eintrag störend wirken. Aktiviere deshalb in deinem Textprogramm die Option, dass Zeilen eines Eintrags zusammenbleiben. Wiederhole die Spaltenüberschriften auf Folgeseiten nur dann, wenn die Hochschulvorlage dies vorsieht.

Zeichensetzung bei Abkürzungen korrekt anwenden

Die Zeichensetzung richtet sich danach, ob es sich um eine klassische Abkürzung oder um ein Kurzwort handelt. Bei gekürzten Wörtern steht meist ein Punkt, bei Buchstabenfolgen ohne Wortkürzung dagegen nicht.

  • Mit Punkt: vgl., z. B., u. a., Dr.
  • Ohne Punkt: EU, GmbH, AG, ISBN, PDF

Bei Abkürzungen aus mehreren gekürzten Wörtern setzt du zwischen die einzelnen Teile ein Leerzeichen: z. B. und u. a. Ein geschütztes Leerzeichen verhindert, dass die Bestandteile am Zeilenende auseinandergerissen werden. In HTML lässt sich dafür   verwenden; in Textverarbeitungsprogrammen erzeugst du es meist mit Strg + Umschalt + Leertaste.

Steht eine punktierte Abkürzung am Satzende, genügt der vorhandene Punkt. Ein zweiter Punkt folgt nicht. Bei usw. lautet das Satzende daher nicht „usw..“, sondern „usw.“. Endet der Satz mit einem Frage- oder Ausrufezeichen, bleibt der Abkürzungspunkt erhalten: „Gilt das auch für u. a.?“

Akronyme und Initialwörter werden ohne Abkürzungspunkte geschrieben, wenn sie als eigenständige Wörter oder Buchstabenfolgen gebraucht werden. Entscheidend bleibt die Schreibweise, die deine Hochschule oder das einschlägige Fachregelwerk vorgibt. Sonderzeichen wie Prozentzeichen oder Hochstellungen gehören zur jeweiligen Notation, nicht automatisch zur Zeichensetzung des Eintrags.

Position des Verzeichnisses in der Masterarbeit

Die genaue Position richtet sich nach dem Leitfaden deines Fachbereichs. Gibt es keine abweichende Regel, steht das Abkürzungsverzeichnis im Vorspann der Masterarbeit, also vor dem eigentlichen Text. Es sollte nicht erst nach dem ersten Kapitel beginnen, weil die Leserschaft die Erklärungen bereits beim Einstieg braucht.

In vielen Hochschulvorlagen folgt die Seite auf das Inhaltsverzeichnis. Enthält deine Arbeit zusätzlich ein Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis, kann die Reihenfolge anders festgelegt sein. Maßgeblich ist deshalb die offizielle Formatvorlage, nicht eine allgemeine Musterlösung aus dem Internet.

  • Prüfe zuerst die Richtlinien des Lehrstuhls oder Prüfungsamts.
  • Übernimm die dort vorgegebene Reihenfolge der Verzeichnisse.
  • Setze das Abkürzungsverzeichnis auf eine eigene Seite.
  • Platziere es vor dem Beginn von Einleitung und Hauptkapiteln.
  • Übernimm die Seite in die Verzeichnisse des Vorspanns, falls dies verlangt wird.

Bei der Seitennummerierung zählt das Verzeichnis meist zum vorderen Teil der Arbeit. Ob dort römische oder arabische Zahlen erscheinen und ob die erste Seite sichtbar nummeriert wird, legt die jeweilige Vorlage fest. Ändere diese Einstellung nicht eigenmächtig, denn manche Fakultäten behandeln den Vorspann anders als den Haupttext.

Wenn mehrere Verzeichnisse unmittelbar aufeinanderfolgen, beginnt jedes auf einer neuen Seite. So bleibt die Gliederung auch in einer gedruckten Fassung klar.

Abkürzungsverzeichnis und Glossar unterscheiden

Ein Abkürzungsverzeichnis und ein Glossar erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das Verzeichnis beantwortet eine formale Frage: Wofür steht dieses Kürzel? Das Glossar klärt dagegen den Inhalt: Was bedeutet dieser Fachbegriff in der vorliegenden Arbeit?

Ein Beispiel macht die Trennlinie deutlich. Im Abkürzungsverzeichnis steht:

TPB – Theory of Planned Behavior

Im Glossar könnte zusätzlich erläutert werden, dass die Theorie den Zusammenhang zwischen Einstellung, subjektiver Norm, wahrgenommener Kontrolle und Verhalten beschreibt. Diese inhaltliche Erklärung gehört nicht in die Liste der Kurzformen.

Ein Glossareintrag kann neben der Definition weitere Angaben enthalten:

  • fachliche Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
  • Verwendung des Ausdrucks innerhalb der Untersuchung
  • deutsche oder englische Synonyme
  • Hinweise auf ein bestimmtes theoretisches Verständnis
  • Quellenangaben zur Definition

Nutze beide Verzeichnisse nur, wenn sie für deine Arbeit wirklich einen eigenständigen Nutzen haben. Bei einem einzelnen erklärungsbedürftigen Fachbegriff reicht oft eine kurze Definition im Fließtext. Ein Glossar mit wenigen beliebigen Einträgen wirkt schnell wie ein Anhängsel. Umgekehrt sollte das Abkürzungsverzeichnis nicht durch Definitionen, Beispiele oder Literaturangaben zu einem Mini-Lexikon anwachsen.

Die einfachste Entscheidungshilfe lautet: Geht es um die Auflösung von Buchstaben oder um die Erklärung eines Konzepts? Bei Buchstaben gehört der Eintrag ins Abkürzungsverzeichnis; bei einem Konzept ist das Glossar der passende Ort.

Beispiel für ein korrektes Abkürzungsverzeichnis

Ein korrektes Verzeichnis zeigt die Kurzform und ihre Langform in einer klaren, einheitlichen Darstellung. Das folgende Muster eignet sich als Vorlage für eine Masterarbeit:

Abkürzungsverzeichnis

BAföG – Bundesausbildungsförderungsgesetz
BIP – Bruttoinlandsprodukt
DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft
EU – Europäische Union
KMU – kleine und mittlere Unternehmen
OECD – Organisation for Economic Co-operation and Development
TAM – Technology Acceptance Model

Die Beispiele sind bewusst gemischt: Einige Kürzel bezeichnen Institutionen, andere Gesetze, wirtschaftliche Begriffe oder theoretische Modelle. In deiner Arbeit sollten natürlich nur Einträge erscheinen, die im Text tatsächlich vorkommen.

Bei einer längeren Bezeichnung darf die Langform in der rechten Spalte umbrechen. Die Abkürzung bleibt dabei vollständig zusammen. Eine mögliche Gestaltung sieht so aus:

Abkürzung        Ausgeschriebener Begriff
BAföG          Bundesausbildungsförderungsgesetz
BIP            Bruttoinlandsprodukt
DFG           Deutsche Forschungsgemeinschaft
OECD          Organisation for Economic Co-operation and Development

Kontrolliere bei jedem Musterbeispiel drei Dinge: Ist die Langform vollständig? Entspricht sie exakt der Schreibweise im Text? Und lässt sich der Eintrag ohne zusätzliche Erklärung verstehen? Falls du englische Begriffe verwendest, übernimm die offizielle Originalbezeichnung und vermeide eine uneinheitliche Mischform.

Ein Eintrag wie „BIP – Bruttoinlandsprodukt, wichtiger Indikator für die Wirtschaftsleistung“ wäre für ein reines Abkürzungsverzeichnis zu ausführlich. Die Definition kann an anderer Stelle stehen. In der Liste genügt die eindeutige Auflösung des Kürzels.

Fazit: Verzeichnis prüfen und Hochschulvorgaben beachten

Ein abschließender Prüfdurchgang entscheidet, ob dein Verzeichnis wirklich druckreif ist. Kontrolliere nicht nur die Liste selbst, sondern auch die Verbindung zwischen Verzeichnis und fertiger Dokumentdatei. Nach Änderungen an Überschriften, Layout oder Text können sich Seitenumbrüche verschieben.

  • Stimmen Überschrift, Schriftbild und Seitenränder mit der Formatvorlage überein?
  • Beginnt jeder Eintrag in derselben Zeile und wirkt die Spaltenausrichtung ruhig?
  • Sind keine leeren Zeilen, Platzhalter oder internen Prüfnotizen stehen geblieben?
  • Bleiben Einträge auch nach dem Export als PDF vollständig lesbar?
  • Entsprechen Inhaltsverzeichnis, Kopfzeilen und Seitennummerierung der Hochschulvorlage?

Öffne die fertige PDF-Datei zusätzlich auf einem zweiten Gerät. Manchmal verrutschen Tabellen, geschützte Leerzeichen oder Seitenumbrüche erst beim Export. Suche danach gezielt nach den Kürzeln im Dokument und vergleiche die Fundstellen mit deiner Endfassung.

Halte dich bei widersprüchlichen Empfehlungen immer an die aktuelle Richtlinie deines Lehrstuhls, Prüfungsamts oder Studiengangs. Hochschulen verwenden teils eigene Regeln für Verzeichnisse, Seitennummern und die Aufnahme geläufiger Kurzformen. Eine allgemeine Vorlage ersetzt diese Vorgaben nicht.

Kurz gesagt: Fertig ist das Abkürzungsverzeichnis erst, wenn Inhalt, Schreibweise, PDF-Darstellung und formale Richtlinie zusammenpassen. Dann erfüllt es seinen Zweck unauffällig – und genau das ist bei einem guten wissenschaftlichen Hilfsmittel ein starkes Ergebnis.

Häufige Fragen zum Abkürzungsverzeichnis in der Masterarbeit

Welche Abkürzungen gehören in das Abkürzungsverzeichnis einer Masterarbeit?

In das Abkürzungsverzeichnis gehören vor allem fachspezifische, wiederholt verwendete und erklärungsbedürftige Abkürzungen, etwa von Fachbegriffen, Institutionen, Gesetzen, Methoden, Messinstrumenten, Datensätzen und theoretischen Modellen.

Welche Abkürzungen müssen nicht aufgenommen werden?

Allgemein geläufige Abkürzungen wie z. B., d. h., usw. und vgl. müssen meist nicht aufgenommen werden. Auch Maßeinheiten, Währungssymbole und direkt erklärte statistische Zeichen werden normalerweise nicht in das Verzeichnis übernommen, sofern die Hochschulvorgaben nichts anderes verlangen.

Wie wird eine Abkürzung in der Masterarbeit erstmals eingeführt?

Bei der ersten Verwendung wird der vollständige Begriff ausgeschrieben und die Abkürzung anschließend in runden Klammern ergänzt. Beispiel: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Danach kann die Kurzform im weiteren Text verwendet werden.

Wie wird das Abkürzungsverzeichnis aufgebaut und sortiert?

Das Abkürzungsverzeichnis wird in der Regel zweispaltig gestaltet. Links steht die Abkürzung, rechts die ausgeschriebene Bezeichnung. Die Einträge werden alphabetisch nach der Abkürzung sortiert und einheitlich formatiert.

Wo steht das Abkürzungsverzeichnis in der Masterarbeit?

Das Abkürzungsverzeichnis steht im Vorspann der Masterarbeit auf einer eigenen Seite, meist hinter dem Inhaltsverzeichnis und gegebenenfalls hinter dem Abbildungs- und Tabellenverzeichnis. Die verbindliche Reihenfolge richtet sich nach den Vorgaben des Lehrstuhls oder Prüfungsamts.

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