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title: Die Schattenseite des Studierens: Der Studiengang mit höchster Selbstmordrate
canonical: https://studien-held.de/die-schattenseite-des-studierens-der-studiengang-mit-hoechster-selbstmordrate/
author: Provimedia GmbH
published: 2026-08-11
updated: 2026-07-27
language: de
category: Studienfelder & Fachbereiche
description: Die Daten belegen keinen Studiengang mit der höchsten Suizidrate; entscheidend sind vielfältige Belastungen und der Zugang zu passender Unterstützung.
source: Provimedia GmbH
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# Die Schattenseite des Studierens: Der Studiengang mit höchster Selbstmordrate

> **Autor:** Provimedia GmbH | **Veröffentlicht:** 2026-08-11 | **Aktualisiert:** 2026-07-27

**Zusammenfassung:** Die Daten belegen keinen Studiengang mit der höchsten Suizidrate; entscheidend sind vielfältige Belastungen und der Zugang zu passender Unterstützung.

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## Die Datenlage von 2015: Warum kein Studiengang eindeutig an erster Stelle steht
Die Überschrift „Studiengang mit höchster Selbstmordrate“ klingt eindeutig, wird durch die Datenlage aus dem Jahr 2015 aber nicht belegt. Der damalige Beitrag nennt keinen Studiengang mit einer verlässlich nachgewiesenen Spitzenposition. Die Aussage über eine höhere Suizidrate bezog sich auf Studierende insgesamt im Vergleich zu gleichaltrigen Nichtstudierenden – nicht auf ein bestimmtes Fach.

Auch häufige Beratungen in Sozialarbeit, Pädagogik oder Psychologie liefern keinen Beweis für ein höheres Suizidrisiko. Beratungszahlen zeigen zunächst nur, wer Hilfe sucht. Fächer mit einer offenen Gesprächskultur können deshalb stärker vertreten sein, obwohl die tatsächliche Belastung nicht höher ist. Umgekehrt bleiben Krisen bei Studierenden anderer Fächer womöglich länger unsichtbar.

Für einen belastbaren Fachvergleich bräuchte man große, aktuelle Datensätze. Sie müssten unter anderem Studienfach, Alter, Geschlecht, soziale Lage, Hochschulart, Wohnsituation und Studienverlauf berücksichtigen. Außerdem müssten die Zahlen klar zwischen Suizidgedanken, Suizidversuchen und vollendeten Suiziden unterscheiden. Eine einzelne Beratungsstelle oder eine ältere Krankenkassenanalyse kann diese Fragen nicht beantworten.

Die wichtigste Schlussfolgerung lautet daher: **Es gibt keinen seriös belegten „Studiengang mit der höchsten Suizidrate“.** Die Formulierung macht aus einer komplexen Risikolage eine Rangliste und kann ein falsches Bild erzeugen. Für das Jahr 2026 sollten die damaligen Angaben nur als historischer Hinweis gelten. Sie ersetzen keine aktuelle, fachübergreifende Untersuchung.

## Psychische Belastungen: Prüfungsangst, Depressionen und sozialer Rückzug
Psychische Krisen zeigen sich im Studienalltag oft schleichend. Eine einzelne schlechte Note ist noch kein Warnsignal. Kritisch wird es, wenn Angst, Niedergeschlagenheit oder Rückzug über Wochen anhalten und den Alltag merklich verändern.

  - **Prüfungsangst:** Körperliche Unruhe, Schlafprobleme, Blackouts oder das Vermeiden von Lern- und Prüfungssituationen können darauf hindeuten. Die Angst entsteht dabei nicht erst im Prüfungsraum; sie kann schon Tage oder Wochen vorher den Tagesablauf bestimmen.

  - **Depressive Symptome:** Häufig sind anhaltende Leere, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung, Schuldgefühle und der Verlust von Freude. Auch Konzentrationsprobleme oder Veränderungen bei Schlaf und Appetit gehören dazu.

  - **Sozialer Rückzug:** Betroffene sagen Treffen ab, beantworten Nachrichten nicht mehr oder meiden Orte, an denen sie früher gern waren. Dieser Rückzug kann kurzfristig entlasten, verstärkt auf Dauer jedoch das Gefühl, allein festzustecken.

  - **Psychosomatische Beschwerden:** Kopf- oder Bauchschmerzen, Herzrasen und Verspannungen können sich in belastenden Phasen verstärken. Eine medizinische Abklärung bleibt wichtig, weil körperliche Ursachen möglich sind.

Besonders ernst ist die Kombination mehrerer Anzeichen: Ein Student schläft kaum, lernt trotzdem ständig, bricht Kontakte ab und empfindet sich zugleich als Versager. Dann sollte nicht erst die nächste Prüfung abgewartet werden. Ein Gespräch mit einer psychotherapeutischen Beratungsstelle, einer Hausarztpraxis oder einer psychiatrischen Fachstelle kann den ersten Schritt aus dieser Enge bilden.

## Warum sich Suizidraten nicht seriös nach Studiengang ordnen lassen

  
    | 
      Beobachtung oder Datenquelle | 
      Was sie tatsächlich aussagt | 
      Warum daraus keine Rangliste der Studiengänge folgt | 
    

  
  
    | 
      Historische Datenlage aus dem Jahr 2015 | 
      Die höhere Suizidrate bezog sich auf Studierende insgesamt im Vergleich zu gleichaltrigen Nichtstudierenden. | 
      Es wurde kein Studiengang mit einer verlässlich belegten Spitzenposition ausgewiesen. | 
    

    | 
      Häufige Beratungen in Sozialarbeit, Pädagogik oder Psychologie | 
      Studierende dieser Fächer nehmen Beratungsangebote möglicherweise häufiger in Anspruch. | 
      Beratungszahlen messen die Nutzung von Hilfe, nicht die tatsächliche Suizidrate. | 
    

    | 
      Suizidgedanken | 
      Sie können auf eine schwere psychische Krise hinweisen und sollten ernst genommen werden. | 
      Suizidgedanken sind nicht mit Suizidversuchen oder vollendeten Suiziden gleichzusetzen. | 
    

    | 
      Suizidversuche | 
      Sie zeigen eine akute oder zurückliegende Krisensituation. | 
      Die Häufigkeit von Versuchen erlaubt ohne einheitliche, große Datensätze keinen fairen Fachvergleich. | 
    

    | 
      Vollendete Suizide | 
      Sie sind seltene Ereignisse, deren Zahlen in kleinen Gruppen stark schwanken können. | 
      Einzelne Beratungsstellen oder ältere Analysen reichen für eine belastbare Rangfolge nicht aus. | 
    

    | 
      Psychische Belastungen im Studium | 
      Prüfungsangst, Depressionen, sozialer Rückzug und finanzielle Sorgen können Krisen verstärken. | 
      Das Risiko hängt von vielen Faktoren ab, nicht allein vom gewählten Studienfach. | 
    

    | 
      Erforderliche Daten für einen seriösen Vergleich | 
      Unter anderem Studienfach, Alter, Geschlecht, soziale Lage, Hochschulart, Wohnsituation und Studienverlauf. | 
      Ohne diese Merkmale können Unterschiede zwischen Fächern falsch interpretiert werden. | 
    

  

## Warum Studierende besonders unter Druck geraten
Der Druck im Studium entsteht oft nicht durch einen einzelnen Auslöser. Er wächst, wenn mehrere Anforderungen gleichzeitig auftreten und kaum Spielraum für Erholung bleibt. Dazu gehören etwa ein eng getakteter Stundenplan, Nebenjob, finanzielle Sorgen und die Frage, wie es nach dem Abschluss weitergeht.

Ein zusätzlicher Faktor ist die hohe Selbstorganisation. Studierende müssen Termine, Lernzeiten, Behördengänge und Geldangelegenheiten meist eigenständig koordinieren. Klare Strukturen wie in der Schule fehlen häufig. Wer dabei keinen verlässlichen Rhythmus findet, erlebt den Alltag schnell als unübersichtlich. Aus „Ich mache das später“ wird dann ein Berg, der immer höher wirkt.

Auch die Studienorganisation kann Belastungen verstärken. Wechselnde Lehrveranstaltungen, digitale Plattformen, unklare Fristen oder kurzfristige Änderungen erschweren die Planung. Besonders schwierig ist das für Menschen, die neben dem Studium arbeiten, Angehörige versorgen oder mit einer chronischen Erkrankung leben. Ihre verfügbare Zeit ist von Anfang an knapper.

Finanzielle Unsicherheit wirkt zudem dauerhaft im Hintergrund. Steigende Wohnkosten, ein begrenztes Budget und die Abhängigkeit von Fördermitteln können dazu führen, dass Studierende mehr arbeiten, als ihnen guttut. Dadurch sinkt die Zeit für Schlaf, Regeneration und konzentriertes Lernen. Der Druck dreht sich im Kreis: Weniger Erholung erschwert das Lernen, schlechtere Ergebnisse erhöhen wiederum die Anspannung.

Hinzu kommt die offene Zukunft. Viele [Studiengänge](https://studien-held.de/die-besten-studiengaenge-an-der-hochschule-pforzheim-deine-optionen-im-ueberblick-1/) bieten verschiedene Berufswege, aber keinen klaren nächsten Schritt. Praktika, Bewerbungen und die Sorge vor einem unsicheren Berufseinstieg laufen parallel zu den Anforderungen des Studiums. Diese Mischung aus Entscheidungsdruck und fehlender Gewissheit kann besonders zermürbend sein.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Studierende, die mehrere solcher Belastungen gleichzeitig tragen. Dazu zählen etwa Erstakademiker, internationale Studierende, pflegende Angehörige und Menschen mit Behinderung. Nicht ihre [Studienwahl](https://studien-held.de/studiengang-kommunikationsdesign-deine-kreativitaet-im-fokus/) macht sie automatisch gefährdeter. Entscheidend ist vielmehr, ob passende Unterstützung erreichbar ist und ob die Hochschule flexible Lösungen ermöglicht.

## Eigene Ansprüche, Eltern und der Leistungsdruck im Studium
Eigene Ansprüche können den Leistungsdruck im Studium deutlich verstärken. Manche Studierende verbinden gute Noten eng mit ihrem Selbstwert. Eine enttäuschende Bewertung wirkt dann nicht wie ein einzelnes Ergebnis, sondern wie ein Urteil über die eigene Person. Dieser Denkfehler ist verbreitet und kann den Druck unnötig verschärfen.

Auch elterliche Erwartungen spielen eine Rolle. Finanzielle Hilfe, häufige Nachfragen zu Noten oder der Wunsch nach einem bestimmten Abschluss können sich wie eine unausgesprochene Verpflichtung anfühlen. Besonders belastend wird es, wenn Studierende glauben, sie dürften keinen Kurs wechseln, kein Semester verlieren und keine Pause brauchen.

Ein weiterer Verstärker ist der ständige Vergleich. In sozialen Netzwerken und Lerngruppen wirkt es oft so, als kämen alle anderen schneller voran. Abschlussnoten, Praktika und Auslandsaufenthalte erscheinen wie Maßstäbe für den eigenen Wert. Was dabei unsichtbar bleibt: Viele zeigen vor allem ihre Erfolge, nicht ihre Zweifel oder Umwege.

Leistungsdruck kann sich außerdem in perfektionistischem Verhalten äußern. Betroffene überarbeiten Aufgaben immer wieder, verschieben die Abgabe aus Angst vor Fehlern oder lernen bis spät in die Nacht. Kurzfristig entsteht das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Langfristig sinken jedoch Konzentration und Belastbarkeit.

Hilfreich ist eine klare Trennung zwischen **Leistung und persönlichem Wert**. Studierende können mit Eltern früh über realistische Ziele, finanzielle Grenzen und mögliche Verzögerungen sprechen. Ebenso sinnvoll sind feste Kriterien für „gut genug“: eine begrenzte Überarbeitungszeit, erreichbare Wochenziele und eine ehrliche Rückmeldung durch Lehrende oder Beratungsstellen.

Wenn Erwartungen von außen den Alltag beherrschen, lohnt sich ein nüchterner Check: Ist dieses Ziel wirklich mein eigenes? Was wäre die konkrete Folge, wenn ich es nicht sofort erreiche? Solche Fragen nehmen dem Druck nicht jede Schärfe, bringen aber wieder etwas Boden unter die Füße.

## Masterstudium und fehlende Erholungsphasen
Im Masterstudium verdichten sich Anforderungen oft auf engem Raum. Forschungsprojekte, Seminare, Hausarbeiten und die Abschlussarbeit laufen teilweise parallel. Hinzu kommen Bewerbungen für Praktika oder den Berufseinstieg. Dadurch verschwimmen klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

Die fehlende Erholung entsteht nicht nur durch lange Tage. Auch gedankliche Daueranspannung spielt eine Rolle: Ein unfertiges Kapitel bleibt im Kopf, während bereits die nächste Abgabe wartet. Wer ständig erreichbar ist und Aufgaben in freie Zeit verschiebt, verliert den Wechsel zwischen Leistung und Regeneration.

Besonders belastend können unsichere Rahmenbedingungen sein. Befristete Stellen als wissenschaftliche Hilfskraft, unklare Erwartungen an Forschungsleistungen oder eine stark von Einzelpersonen abhängige Betreuung erschweren die Planung. Studierende wissen dann oft nicht, welche Arbeitstiefe genügt oder wann ein Projekt wirklich abgeschlossen ist.

Auch die Abschlussarbeit hat eine eigene Dynamik. Sie verlangt über Monate selbstständige Entscheidungen, obwohl Rückmeldungen von Betreuenden manchmal nur spät oder knapp kommen. Verzögerungen bei Daten, Interviews oder Genehmigungen können den Zeitplan zusätzlich verschieben. Das Problem ist dann nicht mangelnder Einsatz, sondern ein System mit wenig Puffer.

Ein sinnvoller Schutz liegt deshalb in verbindlichen Grenzen und klaren Zuständigkeiten:

  - Betreuungstermine mit konkreten Fragen und nächsten Schritten vorbereiten

  - Abgabefristen, Korrekturschleifen und mögliche Verzögerungen schriftlich festhalten

  - Arbeitszeiten definieren und dienstliche Nachrichten außerhalb dieser Zeiten begrenzen

  - Urlaub und freie Tage auch während der Abschlussphase einplanen

  - Bei unklaren Anforderungen frühzeitig den Prüfungsausschuss oder die Fachstudienberatung ansprechen

Wer über längere Zeit kaum schläft, nicht mehr abschalten kann oder sich innerlich völlig erschöpft fühlt, sollte die Belastung nicht als normalen Preis des Masters abtun. Eine frühzeitige Anpassung des Zeitplans, ein Urlaubssemester oder eine andere offizielle Regelung kann sinnvoller sein als ein Zusammenbruch kurz vor dem Abschluss.

## Sozialarbeit, Pädagogik und Psychologie: Mehr Beratungsfälle statt höhere Suizidrate
Dass Studierende aus Sozialarbeit, Pädagogik und Psychologie häufiger eine Beratungsstelle aufsuchen, lässt keinen Rückschluss auf eine höhere Suizidrate in diesen Fächern zu. Beratungszahlen messen vor allem die **Inanspruchnahme von Hilfe** – nicht die Häufigkeit tödlicher Krisen.

Eine mögliche Erklärung ist die fachliche Nähe zu psychischen und sozialen Themen. Wer im Studium über Beratung, Therapie, Erziehung oder soziale Notlagen spricht, erkennt Belastungen womöglich früher. Auch die Hemmschwelle, professionelle Unterstützung zu nutzen, kann niedriger sein. Das ist kein Zeichen größerer Gefährdung, sondern kann im besten Fall ein Schutzfaktor sein.

Für eine faire Bewertung müssen mehrere Größen getrennt betrachtet werden:

  - **Beratungsfälle:** Wie viele Personen wenden sich an eine Stelle?

  - **Diagnosen:** Bei wie vielen Studierenden wird eine psychische Erkrankung festgestellt?

  - **Suizidgedanken oder Versuche:** Welche Krisen treten auf, ohne tödlich zu enden?

  - **Suizidsterbefälle:** Wie viele Menschen sterben durch Suizid?

Diese Werte sind nicht austauschbar. Eine hohe Zahl an Beratungsgesprächen kann sogar bedeuten, dass Probleme früher erkannt werden. Eine niedrige Zahl kann dagegen auch auf Scham, fehlende Angebote, lange Wartezeiten oder mangelndes Wissen über Hilfe zurückgehen.

Hinzu kommt ein statistisches Problem: Suizidsterbefälle sind in einzelnen Studiengängen seltene Ereignisse. Kleine Fallzahlen schwanken stark und erlauben meist keine stabile Rangliste. Für aussagekräftige Vergleiche wären bundesweite, aktuelle Registerdaten nötig, die Studienfach, Hochschulart und wichtige soziale Merkmale gemeinsam auswerten.

Die sachliche Schlussfolgerung ist daher klar: Sozialarbeit, Pädagogik und Psychologie zeigen im historischen Beratungsbericht eine höhere Nutzung des Hilfsangebots, aber keinen belegten Spitzenwert bei Suiziden. Mehr Beratung ist nicht mehr Suizidgefahr. Es kann vielmehr heißen, dass Unterstützung früher angenommen wird.

## Warnzeichen, bei denen Studierende Hilfe suchen sollten
Hilfe ist spätestens dann sinnvoll, wenn sich der Alltag über mehrere Tage deutlich verändert und die betroffene Person ihre Aufgaben kaum noch bewältigt. Entscheidend ist nicht, ob bereits eine Diagnose vorliegt. Auch ein ungutes Gefühl reicht als Grund für ein vertrauliches Gespräch.

Aufmerksam werden sollten Studierende besonders bei diesen neuen oder zunehmenden Veränderungen:

  - Sie fehlen wiederholt in Lehrveranstaltungen oder geben wichtige Aufgaben nicht mehr ab.

  - Sie vernachlässigen Körperpflege, Essen, Medikamente oder andere grundlegende Bedürfnisse.

  - Sie greifen deutlich häufiger zu Alkohol, Cannabis, Beruhigungsmitteln oder anderen Substanzen.

  - Sie verschenken persönliche Dinge, regeln plötzlich ihren Nachlass oder verabschieden sich auffällig.

  - Sie sprechen davon, eine Belastung zu sein, nicht mehr weiterzuwissen oder „nicht mehr da sein“ zu wollen.

  - Sie wirken nach einer starken Krise unerwartet ruhig oder erleichtert. Das kann trügerisch sein.

**Direkt nachfragen ist erlaubt und wichtig.** Eine ruhige Frage wie „Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?“ löst keine Suizidgedanken aus. Sie kann vielmehr zeigen, dass jemand die Not bemerkt und nicht ausweicht. Zuhören, ernst nehmen und bei der Suche nach Hilfe dabeibleiben ist jetzt wichtiger als schnelle Ratschläge.

Bei konkreten Plänen, verfügbaren Mitteln, einem festgelegten Zeitpunkt oder unmittelbarer Gefahr darf die Person nicht allein bleiben. Entferne dich nicht, hole eine Vertrauensperson dazu und rufe **112**. Bei akuter psychischer Krise ist auch die nächste psychiatrische Notaufnahme eine geeignete Anlaufstelle.

Besteht keine unmittelbare Gefahr, kann die betroffene Person selbst eine psychotherapeutische Hochschulberatung, eine Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter **116117** kontaktieren. In Deutschland ist die Telefonseelsorge anonym und rund um die Uhr unter **0800 1110111**, **0800 1110222** und **116 123** erreichbar.

Wer sich Sorgen um einen Kommilitonen macht, muss die Krise nicht allein lösen. Die wichtigste Aufgabe besteht darin, den Kontakt zu halten und professionelle Hilfe einzuschalten. Bei Minderjährigen oder akuter Gefahr sollten auch Erziehungsberechtigte, der Krisendienst oder der Notruf einbezogen werden.

## Was Studierende frühzeitig gegen Überforderung tun können
Überforderung wird leichter beherrschbar, wenn sie früh in konkrete Aufgaben zerlegt wird. Statt die gesamte Prüfungsphase im Blick zu behalten, hilft ein Wochenplan mit wenigen, überprüfbaren Schritten. Wichtig ist dabei, Puffer einzuplanen. Ein Plan ohne Reserve kippt schon bei einer verspäteten Rückmeldung.

  - **Aufgaben sammeln:** Alle Fristen, Termine und offenen Punkte an einem Ort notieren.

  - **Priorisieren:** Zwischen dringend, wichtig und verschiebbar unterscheiden.

  - **Aufwand schätzen:** Für jede Aufgabe eine realistische Zeit ansetzen und nicht nur die reine Lernzeit berechnen.

  - **Teilschritte festlegen:** Aus „Hausarbeit schreiben“ werden etwa Thema prüfen, Literatur sichten, Gliederung erstellen und Abschnitt überarbeiten.

  - **Fortschritt prüfen:** Einmal pro Woche kontrollieren, was erledigt ist und was neu geplant werden muss.

Ein hilfreiches Frühwarnsystem besteht aus wenigen persönlichen Signalen. Dazu können wiederholte Verspätungen, ungeöffnete E-Mails, vergessene Mahlzeiten oder das Aufschieben einfacher Aufgaben gehören. Wer diese Veränderungen eine Woche lang kurz notiert, erkennt oft früher, ob die Belastung zunimmt. Das ist kein Selbstoptimierungsprojekt, sondern eine nüchterne Standortbestimmung.

Auch die Kommunikation mit der Hochschule sollte konkret sein. Bei einer drohenden Fristüberschreitung ist eine kurze Nachricht meist besser als wochenlanges Schweigen. Studierende können nach einer Fristverlängerung, einem alternativen Prüfungstermin oder einer barrierearmen Lösung fragen. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt von Prüfungsordnung und Hochschule ab; verbindliche Auskünfte gibt das Prüfungsamt.

Für die eigene Stabilität zählt zudem ein kleiner Notfallplan. Er kann drei Namen, wichtige Telefonnummern, den Weg zu einer ärztlichen Anlaufstelle und einen Satz enthalten, mit dem man Hilfe einfordert: *„Ich komme gerade allein nicht weiter und brauche heute Unterstützung.“* In einer Krise muss dann nicht erst nach Worten oder Kontakten gesucht werden.

## Fazit: Studiengang nicht vorschnell beschuldigen und Hilfe rechtzeitig annehmen
Die wichtigste Schlussfolgerung ist sachlich und zugleich entlastend: **Kein Studiengang lässt sich auf Grundlage des Würzburger Interviews von 2015 als derjenige mit der höchsten Suizidrate benennen.** Eine solche Rangliste würde die damalige Aussage über Studierende insgesamt mit nicht belegten Fachvergleichen vermischen.

Der Beitrag bleibt dennoch relevant. Er zeigt, wie schnell psychische Krisen im Hochschulalltag übersehen werden können und warum eine offene Gesprächskultur wichtig ist. Für eine Bewertung im Jahr 2026 braucht es jedoch aktuelle, repräsentative Daten. Historische Einschätzungen dürfen nicht als Gegenwartsstatistik ausgegeben werden.

Auch die Berichterstattung trägt Verantwortung. Eine zugespitzte Überschrift kann Aufmerksamkeit schaffen, aber zugleich ein falsches Bild erzeugen. Seriös ist eine klare Trennung zwischen Beratungszahlen, psychischen Diagnosen, Suizidgedanken, Suizidversuchen und Suizidsterbefällen. Erst diese Unterscheidung verhindert voreilige Schuldzuweisungen an einzelne Fächer oder Hochschulen.

Für Studierende zählt am Ende weniger die Frage, welchem Studiengang ein Risiko zugeschrieben wird. Entscheidend ist, ob Hilfe erreichbar ist, ob Lehrende Warnzeichen ernst nehmen und ob Betroffene ohne Angst vor Abwertung sprechen können. Unterstützung anzunehmen ist kein Scheitern, sondern eine vernünftige Reaktion auf eine außergewöhnliche Belastung.

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [studien-held.de](https://studien-held.de/die-schattenseite-des-studierens-der-studiengang-mit-hoechster-selbstmordrate/)*
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